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Erstes Gebot: Verantwortlichkeit
Handle stets in dem Bewusstsein, dass du für alles, was du beeinflussen kannst, verantwortlich bist!
Verantwortungsbewusstsein gegen Gleichgültigkeit
Unsere Zusammenstellung der neuen Gebote beginnen wir mit Verantwortlichkeit – und das ist kein Zufall. Dem ersten Platz kommt für gewöhnlich eine besondere Bedeutung zu, eben das gilt auch für Verantwortlichkeit. Sie ist die Grundlage für alle weiteren Gebote.
Die Begriffe Verantwortung und Verantwortlichkeit werden häufig verwendet, doch was darunter verstanden wird, ist nicht einheitlich. Drei Beispiele sollen das belegen:
Politiker verkünden gern, dass sie für etwas die Verantwortung übernehmen. Wie würden sie reagieren, wenn wir ihnen verrieten, dass sie gar keine Verantwortung zu übernehmen brauchen? Denn entweder haben sie die Verantwortung ohnehin schon, oder sie sind tatsächlich einmal nicht verantwortlich.
Die Verantwortung eignet sich auch hervorragend für die Fälle, in denen überhöhte Einkommen gerechtfertigt werden sollen.
Die Schlagzeile in einem Massenblatt informiert uns darüber, dass ein Bösewicht zur Verantwortung gezogen wird.
Wie wir erkennen, wird Verantwortlichkeit in unterschiedlichen Bedeutungen verwendet, wodurch dieser Begriff an Schärfe verliert. Deshalb wollen wir hier festlegen, was es im Rahmen dieser Schrift bedeutet, jemand sei für etwas verantwortlich.
Für einen Verantwortlichen bedeutet verantwortlich sein, alles, was ihm zumutbar und für ihn durchführbar ist, zu unternehmen, um das, was er zu verantworten hat, so zu beeinflussen, dass er das Ergebnis akzeptieren kann.
Überdies sollten wir uns merken, dass verantwortlich sein keine Schuld einschließt. Zwar ist es möglich, dass ein Verantwortlicher zugleich schuldig ist, aber hier soll es uns nur um Verantwortlichkeit gehen. In der Gemeinsprache werden Verantwortlichkeit und Schuld zwar oft gleichgesetzt, aber für diese Schrift sind die Begriffe streng zu trennen.
Während Schuld auf einen verbotenen Tatbestand hinweist, also in hohem Maße von Regeln und Gesetzen der Gesellschaft abhängt, beschränkt sich Verantwortlichkeit auf den Zusammenhang zwischen Ursache und Wirkung, und zwar unabhängig von jeder Schuldfrage. Verantwortungsbewusst handeln ist umfassender als nicht schuldig werden. Verantwortlich sein bedeutet, unsere Entscheidungen stets rechtfertigen zu können, Rede und Antwort zu stehen, sei es auch nur dem eigenen Gewissen gegenüber.
Im nächsten Post widmen wir uns weiterhin der Verantwortlichkeit.
Mit freundlichen Grüßen
Wolf-Gero Bajohr
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