Montag, 16. März 2009

Lasst die Kinder zu mir kommen

Montag, 16. März 2009
Lasst die Kinder zu mir kommen


Auch wenn man an Jesu Göttlichkeit nicht glauben kann oder will, an der Überzeugung, dass der in den Evangelien geschilderte Jesus zumindest ein guter Mensch war, kommt man nicht so leicht vorbei. Ich finde darüber hinaus auch, dass er ein geschickter Mensch war. Er wusste, dass er die Zukunft beeinflussen kann, wenn er die Kinder für seine Überzeugung gewinnt.
Wir Erwachsenen wurden in eine Welt voller Hass, Gier, Neid und Gewalt hineingeboren. Im Laufe der Jahre haben wir uns mit den Regeln mehr oder weniger gut arrangiert. Einige von uns sind derart fest eingefügt, dass sie sich eine andere Gemeinschaft gar nicht vorstellen können. Andere hingegen sind der Auffassung, dass es ein unerträglicher Gedanke wäre, hätten wir nicht wenigstens die Hoffnung, dass unser Zusammenleben besser werden kann.
Für eine Zukunft ohne Hass, Gier, Neid und Gewalt, dafür aber mit einem hohen Maß an Verantwortlichkeit, angemessener Achtung vor dem Andersartigen und der Fähigkeit zu kritisieren und Kritik zu ertragen, für diese Zukunft sollten wir offen sein, denn von ihr würden fast alle profitieren.
Wie kommen wir in diese bessere Zukunft? Den Weg zu ihr mit Gewalt zu finden, ist nicht ratsam, denn was mit Gewalt beginnt, bleibt der Gewalt verpflichtet.
Ein um vieles besserer Weg ist es, unsere Kinder und Enkel zu starken Menschen werden zu lassen. Sie werden sich dann die geeignete Gesellschaft aufbauen und verteidigen.
Den Weg zum starken Menschen schaffen die Kinder und Enkel natürlich nicht allein. Hilfe erhalten sie von Eltern und der Gesellschaft als Ganzem.
Diesen Helfenden muss es allerdings völlig klar sein, dass es nicht nur um das Was geht, sondern auch um das Wie. Es wäre zum Beispiel völlig sinnlos, wollten wir unseren Kindern moralische Werte nahebringen, indem wir sie ihnen einprügeln.
Die Eltern sind insbesondere dafür verantwortlich, dass der junge Mensch ein funktionstüchtiges Gewissen entwickelt. Die Domäne der Gesellschaft ist hingegen dort, wo Quantität und die darauf zurückzuführende Macht gefragt sind. Indem wir als Gesellschaft ein bestimmtes Verhalten belohnen, ignorieren oder verurteilen, bestimmen wir letztlich, ob es sich durchsetzt oder nicht. Um unserer Glaubwürdigkeit willen tragen wir zudem dafür Sorge, dass es keinen Unterschied zwischen erfolgreichem und dem von uns gewünschten Verhalten gibt.

Mit freundlichen Grüßen
Wolf-Gero Bajohr

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